Aloha Hawaii

Bei der Auswahl meiner Weltreise-Ziele habe ich ehrlicherweise nicht wirklich gross aufs Geld geschaut. Ich habe die Orte ausschliesslich danach ausgesucht, wie sehr sie mich reizen und wie hoch oben sie auf meiner Reisewunschliste stehen. Nun Hawaii gehörte mitsicher zu meinen kostenintensivsten Destinationen...

Nachdem es mich bei der Ansicht der aktuellen Hotelpreise fast aus meinen Flipflops gehauen hat, wusste ich schnell - Hotels kannst du dir dort abschminken. So kam es, dass ich für die drei verschiedenen Inseln jeweils drei verschiedene preiswerte und teilweise etwas spezielle Unterkünfte gefunden habe. Und jede hatte da so ihre Vor-/und Nachteile...


MAUI

1. Insel: Maui bestand einst aus zwei Teilen und ist aus zwei Vulkanen entstanden: Westmaui durch den Pu‘u Kukui Vulkan und Ostmaui durch den Haleakala Vulkan. Irgendwann sind diese zwei Inseln dann zusammen gewachsen. Dazwischen entstand die Ebene mit der Hauptstadt Kahului, wo auch der Flughafen liegt. Ich habe Maui als sehr sauber, amerikanisch, tropisch, relaxed aber auch stylish und etwas vornehm wahrgenommen. Where Hippies meet Fashion-Ladies and where Luxushotels meet hardworking Americans die nur mit drei Jobs gleichzeitig über die Runden kommen. Man kann Wasserschildkröten vom Ufer aus sehen und im Hintergrund thronen die dunklen, massiven Lavasteine und grün verwachsene Hügel. Maui ist Hollywoods Ferienort und das Zuhause vieler Sonnenanbeter. Diese erste meiner drei besuchten Hawaii-Inseln hat mir von Beginn weg sehr, sehr gut gefallen!


2. Unterkunft: Airbnb                     

Ein kleines Zimmer zuhause bei der Finnin Sinikka, welche einst ein glamouröses und erfolgreiches Business-Leben in New York City geführt hat. Vorteile: ich konnte bei ihrem Sohn ein E-Bike mieten und die Wohnregion Wailea (südlich in Kihei) wird nicht umsonst das „Beverly Hills“ von Hawaii genannt. Hawaii ist sonst schon sehr exklusiv und teuer, diese Umgebung auf der wohl luxuriösesten aller Hawaii-Inseln, war noch einmal extra herausgepützelt, aber dadurch auch sehr schön, sauber und sicher. Welch ein grosser Kontrast diese Umgebung für mich doch war, nach dem wilden und einfachen Costa Rica! Nachteile: die Katze im Haus. Ich liebe zwar Katzen, habe leider jedoch in den letzten Jahren eine Allergie gegen Katzenhaare entwickelt, und somit hatte ich eine Woche lang dort richtiggehend Mühe mit der Atmung. Vor allem nachts war es sehr mühsam. Sinikka war eine gastfreundliche, ältere Lady, welche seeeeehr redselig, präsent und gar etwas bemutternd war. Ich war ihr allererster „Airbnb-Gast“ und sie nahm die Gastgeber-Rolle äusserst ernst. Das konnte dann schon auch etwas anstrengend oder gar nervig sein, wenn sie mir (zwar nett gemeinte) Tipps mit auf den Weg gab von wegen Trinkwasser nicht vergessen und Helm aufsetzen (Sorry Madame, ich bin 34 und reise seit 8 Monaten alleine... ;-p ). Und wenn ich jeweils nachhause kam, musste ich fast Red und Antwort stehen. Airbnbs sind definitiv preiswerte Alternativen zu Hotels, da man aber bei jemandem zuhause wohnt, kann die Privatsphäre schon auch etwas beeinträchtigt sein.


3. Was habe ich gemacht/erlebt?

Ich bin hauptsächlich mit meinem schnittigen E-Bike in der Region rund um Kihei, im Südwesten der Insel, rumgecruist. Ich genoss dieses Gefühl von Radeln mit etwas Schuss „Power“: sehr relaxt und dennoch etwas sportlich. Mir war es dann aber fast schon peinlich, als ich da so easy-peasy einen Hügel hoch gedonnert bin und dabei locker eine semiprofi Radfahrer-Gruppe überholt habe. Generell fand ich dieses Gefährt aber super! War ich mal etwas müde, wählte ich einfach eine Stufe höher und schon fühlt es sich an, wie wenn jemand von hinten stösst und man saust mühelos voran. Am zweiten Tag fuhr ich bereits eine etwas weitere Strecke bis zum Maalaea Harbour, wo Walbeobachtungstouren angeboten werden. Buckelwale kommen jeweils im Winter hierher, um sich in dieser geschützten Bucht zu paaren oder um zu gebären, bevor sie zurück nach Alaska reisen. Die Walsaison hier dauert bis April - es war also ende der Saison, aber vielleicht waren ja noch ein paar Spätsünder zugegen. So buchte ich kurzerhand eine Tour und wurde wirklich belohnt! Wir sahen ganz viele Wal-Mamis mit ihre Babies!  Mal haben sie mit den Flossen gewunken oder damit aufs Wasser geschlagen, mal sah man die Wasserfontäne hochspritzen und immer wieder konnten wir sie aus dem Wasser springen sehen. Vor allem die Wal-Sprösslinge zogen eine richtige Show ab, schossen immer wieder in die Höhe und liessen sich dann auf die Wasseroberfläche knallen. Es war wirklich wunderschön dies im offenen Meer und teilweise sehr nah bei unserem Boot beobachten zu können. Man hat uns dann erklärt, dass die Jungmannschaft durch diese Sprünge und das Schlagen der Flossen Muckis aufbaut und Stärke gewinnt, um den weiten und anstrengenden Weg nach Alaska zu überstehen. Wir genossen diese Bodybuilding-Präsenation sehr und waren ganz entzückt. Ich mehr innerlich, nun die Amis mehr äusserlich. Ist ja schön wenn man den Emotionen so freien Lauf lassen kann, aber manchmal waren diese „ohhhh myyyyy goooooshhhhh“, „oooohhh loook hooow cuuute!!“, „aaahhh we gooonnaaa seee a taaaalee!!“ schon etwas - sagen wir - gewöhnungsbedürftig. Nein ok, ich bin ehrlich - es war saunervig!! Da hatte ich ein super Wal-Jump-Video gedreht und so eine überdrehte Ami-Tante muss mir mittendrin in den Film quäken mit ihrer Minnie-Mouse-Stimme! Heilige Maria! Reisst euch zusammen! Echt jetzt...

Vergangene Wochen wurden in dieser Bucht übrigens 220 Wale gesichtet, unglaublich oder?! Cool war auch, dass sie auf unserer Tour ein Mikrophon ins Wasser liessen, so haben wir die Wallaute live gehört. Phänomenal!! Nach diesem eindrücklichen Erlebnis verdaute ich meine Eindrücke nachher an einem der wunderschönen Strände in Kihei. In dieser Region gibt es einen traumhaften Beach nach dem anderen - man weiss fast nicht wo man hingehen soll, die Auswahl ist fantastisch und überall gibt es öffentliche WC-Hüsli und Duschen. Und die Hawaiianer scheinen diesen Lifestyle zu schätzen...Kinder schleppen ihre Boogie-Boards zum Strand und die Erwachsenen tanzen mit ihren „Stuhl-Rucksäcken“ an (zusammenklappbare Strandstühle, die wie als Rucksack getragen werden können - ziemlich clever und praktisch!). Als der Hunger grösser wurde, ging ich in ein Resti, wo mir die Empfangsdame den Tisch zugewiesen und mir dabei mitgeteilt hat, meine Kellnerin sei „awesome“ und sie sei sofort bei mir! Da habe ich ja Glück gehabt. Stellt euch vor man sagt mir, meine Kellnerin sei voll doof. Ist halt auch typisch amerikanisch, nur keine falsche Bescheidenheit. Auch das Trinkgeld darf jeweils gaaar nicht bescheiden sein: 15 bis 20 Prozent wird hier nämlich erwartet. Um es dir als Gast einfacher zu machen, stehen auch gleich die entsprechenden Beträge auf der Rechnung. Musst du nur noch ankreuzen, zack. Aber immerhin sind deshalb auch die meisten KellnerInnen äusserst nett und gastfreundlich. Awesome halt. Ich stelle mir da so vor, wie das in der Schweiz wohl ankäme: „Heeey duu, wie gohts wie stohts? Dini Chällnerin isch sVreni, sy isch MEGA und wird wies Bisiwätter bi dir sy!“ Herrlich. Da gäbe es ein Augenrollen kassiert - aber garantiert! Für den folgenden Tag buchte ich einen Kayak-/Schnorcheltrip, wo wir nach Turtle Town paddelten und ausgerüstet mit Schnorchel und Taucherbrille ins Wasser hüpften. Die Unterwasserwelt hier war wie ein riesiges Aquarium: glasklares Wasser und tolle Fische, sowie Oktopusse und Wasserschildkröten aus der Nähe zu bestaunen. Auch bei diesem Ausflug sah ich vom Kayak aus einen Manta-Rochen von oben, dieses Mal fiel ich aber nicht auf dessen „Flügel wie eine Orca-Flosse“ rein und erkannte das Tier sofort. Strike. Muss mir nichts vormachen, dieser Kerl. Nachher am Malea Beach habe ich sogar noch Wasserschildkröten vom Ufer aus gesehen. Der Malea Beach ist ein schöner Strand südlich von Kihei, für meine verwöhnten Verhältnisse aber bereits etwas zu bevölkert, weil dahinter direkt die Hotelanlagen liegen. Da bevorzuge ich doch eher einen der vielen fast menschenleeren Strände rund um Kihei. Eine Strasse untendurch im Süden der Insel Richtung Osten gibt es übrigens nicht, es gäbe zwar eine Strasse quer feldein, die wurde aber von Oprah privatisiert! Oprah (die erfolgreiche und schwerreiche Talk-Queen aus den USA) besitzt gleich mehrere Anwesen auf dieser Insel und hat wohl auch etwas Sonderrechte hier. Übrigens wohnt auch Steven Tyler auf Maui (der etwas zerknautschte Rocksänger der Band Aerosmith, der mir auf meinem allerletzten Arbeitseinsatz als Flugbegleiterin seine Ehre als Passagier erwiesen hat). Ich überlegte kurz, ob ich ihm als seine wohl Lieblings-Stewardess einen Besuch abstatten soll, entschied mich dann aber aus zeitlichen Gründen dagegen. Es gab ja noch so vieles zu erkunden auf dieser Insel! ;-) Mit dem Deutschen Jonas, den ich auf der Walbeobachtungs-Tour kennen gelernt habe, habe ich zum Beispiel eine Wanderung gemacht: den Waihee Ridge Trail im Nordwesten der Insel. Es war eine schöne nicht allzu strenge Wanderung auf einen Hügel, wo man die ganze Zeit mit einer tollen Aussicht belohnt wurde. Die Umgebung war dort etwas Jurassic-Parc-mässig, anscheinend wurden hier auch Teile dieses Films gedreht. Das hat man mir übrigens auch schon in Costa Rica erzählt - was wohl beides stimmt, auf jeden Fall haben mich beide Orte mit der wilden, grünen Landschaft an diesen Film erinnert. Nach dieser Wanderung fuhren wir noch zum „Blowhole“: ein Naturschauspiel, wo Wasser regelmässig in die Höhe schiesst, einfach durch den Druck der erzeugt wird, wenn die Wellen durch eine Fels-Öffnung kanalisiert werden. An meinem zweitletzten Maui-Day fuhr ich mit meinem Elektro-Drahtesel an den südlichsten (befahrbaren) Punkt, das Naturschutz-Reservat „La Pérouse Bay“, wo man wieder herrlich schnorcheln konnte. Allerdings war die vulkanische Schotterpiste dorthin für mein Zweirad schon eine Herausfordeung - schüttelte es gar auch die 4WDs durch. An meinem letzten Tag unternahm ich noch das, was man auf Maui anscheinend „machen muss“: den „Road to Hana“ Trip. Im Norden der Insel führt eine kurvenreiche Küstenstrasse in die kleine und ursprünglich gebliebene Ortschaft Hana. Ganz nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“ genossen wir diese spezielle Fahrt, wo unterwegs Wasserfälle, alte Kirchen und schöne Küstenorte angeschaut wurden. Von unserem einheimischen Tourguide erfuhren wir dabei auch Interessantes, zum Beispiel dass hier die ersten Brücken 1850 gebaut wurden und vorher dies alles zu Fuss gelaufen wurde (wirklich??? waren das echte Amis?!!), und dass in Maui in den letzten Jahren viel gebaut wurde und der Tourismus stark zugenommen habe, so dass das Wasser auch mal knapp werden könnte. Man habe hier bis jetzt keine Reservoirs gebaut, da dies nicht nötig war, aber nun gäbe es immer weniger Regen, dafür aber immer mehr Menschen. Wir sahen auch auf unserer Reise, dass viele Wasserfälle ausgetrocknet sind - ein deutliches Zeichen für den aktuellen Mangel an Regen. Was es dafür in Hülle und Fülle gibt, ist der von den Chinesen importierte Bambus, der bereits vieles überwuchert hat und kaum zu bändigen ist. Vieles wurde ursprünglich importiert - von den Tieren über die Pflanzen. Die heimischen Vögel sind durch die fremden Tiere leider ziemlich ausgerottet worden, offenbar dasselbe Problem hier wie in Neuseeland. Bei den Pflanzen gab es ursprünglich nur Bananen. Mangos, Bananen etc wurden eingeführt. Sogar die berühmte Hawaiiblume wurde importiert. Was etwas Kopfschütteln verursacht, ist die Tatsache, dass das heimische Fleisch exportiert wird (da zu teuer für die Einheimischen), dafür wird Fleisch vom amerikanischen Festland importiert. Nach diesem Infomationsteil hielten wir als nächstes im Waianapanapa State Park an, wo ich am Blacksand Beach kurz ins erfrischende Meer hüpfen konnte. Danach gab es Lunch bei der Familie unseres Guides, die ein Barbeque-Stand in Hana betreibt. Gestärkt ging die crazy Fahrt weiter auf einer Schotterpiste, wo die Strasse immer schmaler wurde und nebenan der steile Abhang zum Meer runter drohte. Im Gegensatz zum grünen Norden ist es hier im Süd-Osten karg und eher braun. In einer Schlucht sahen wir mehrere zerschellte Autos (oder eher was davon übrig blieb) - ja einige Raser unterschätzten fatalerweise diese krassen Kurven. Anscheinend war der letzte tödliche Crash hier erst einige Monate her. Wir fuhren ehrfürchtig mit unserem Büssli weiter in das Landesinnere (weil hier dir Strasse wie gesagt nicht mehr der Küste entlang weiterführte  - sonst wäre ich zackzack zuhause in Wailea gewesen). Aber so ging es eben nochmals hoch in den Norden, vorbei an Oprahs Gate. „Keep out, private property“, die Message ist unmissverständlich. ;-) Mit meinem Bike fuhr ich nach diesem Tagesausflug wieder zu meinem Zuhause, wo ich unterwegs schon von weitem einen grossen, weissen Hund in einer Einfahrt liegen sah. Er sah mich auch, reagierte aber nicht - so fuhr ich mit etwas Abstand an ihm vorbei. Ihr ahnt was jetzt kommt - bei meinem Glück mit Hunden... plötzlich schnellte dieser weisse Wolf aus der Einfahrt und rannte mir bellend hinterher. Offenbar war er nicht an einer Leine. „Ja Gopf nomol! Wärum immer iiich??!“ Ich überlegte kurz... ok, entweder höchster Powerschub einloggen und versuchen dem Tier davon zu rasen, oder eben das Gegenteil. Weil ich nicht abschätzen konnte, ob ich wirklich genug schnell war, entschied ich mich herzrasend für Plan B: langsamer zu werden und schliesslich anzuhalten. Ich begann ruhig auf den Hund einzureden „nei ich mache dir doch nüt! Alles isch guet, ganz ruig“. Ob der dich auf schweizerdeutsch versteht, fragte mich panisch mein Angsthase?! Nun auf jeden Fall schien es gott-sei-dank zu wirken, der Hund bremste ab und kehrte schliesslich um. Zitternd und mit irre klopfendem Herzen stieg ich wieder aufs Velo und fuhr fluchend davon. Nein, in diesem Leben werde ich nicht mehr Hundefreundin. Um den kleinen Schock etwas zu vergessen, machte ich mich gleich ans Packen, schliesslich ging es am nächsten Tag weiter auf die nächste Insel!


KAUAI

1. Insel: Kauai wird auch die „Garteninsel“ genannt. Der Grund dafür ist offensichtlich: hier gibt es viel Regen (als nördlichste der grossen Hawaii-Inseln kriegt sie das meiste davon ab, anscheinend sei dies aber leider auch so bei Hurricanes). Diese Insel ist immer grün und ist auch die älteste der grossen Hawaii-Inseln. Auch sie ist durch einen Vulkan entstanden. Durch das vulkanische „Erdmaterial“ und die stetige Wasser-Zufuhr konnte sich die tropische Vegetation hier üppigst entwickeln. Im Norden befinden sich die eindrücklichen Na Pali Kliffs, im Landesinnern hat es Berge, Wälder und Wasserfälle, im Westen befindet sich die Schlucht des Waimea Canyons und im Südwesten ziehen sich lange Dünenstrände der Küste entlang. Die meisten Hotel-Resorts befinden sich im Süden der Insel, da es dort laut meinem Uber-Fahrer weniger regnet. Iht könnt jetzt drei Mal raten, wo sich mein „Guesthouse“ befindet... Richtig, im Norden. Bingo. Was mir mein Fahrer auch noch auf unserer Fahrt erzählt hat: früher gab es hier alles Zuckerrohr, aber das Verschiffen wurde zu teuer, nun werde hauptsächlich Kaffee angepflanzt. Und - Kauai sei die „relaxte Insel“. Da bin ich ja mal gespannt, ich habe bereits Maui als sehr entspannt erlebt! ;-D


2. Unterkunft: Gästehaus „Coconut Stay“ (oder auch nicht... mehr dazu gleich untenstehend) in Kilauea.

Nun hinsichtlich der Unterkunft habe ich diese Inselbewohner nicht so entspannt wahrgenommen. Ich erhielt bereits im Vorfeld unmittelbar nach der Buchung meiner Unterkunft X Nachrichten per Mail und Whats App - gleich noch mit Folgenachrichten, ob ich vorhergehende Nachrichten erhalten habe. Inhalt war entweder komplizierte Wegbeschreibungen (dabei war es schlussendlich total einfach die Unterkunft zu finden!) und die dringende Message, ich solle jaaaa nicht und unter gar keinen Umständen die Nachbarn stören und nach dem Weg fragen. Nach dem ersten Nachrichtenschwall meldete ich mich dann mal, es folgten vor der Anreise noch einige weitere Nachrichten, unter anderem auch mit Beschreib, wo sich mein Zimmer im Haus befand (wieder total kompliziert erklärt, obwohl es doch so einfach zu finden gewesen wäre). Und ich verstehe jetzt noch nicht, warum ich unbedingt im Voraus telefonieren und die Ankunftszeit durchgeben sollte, denn bei meiner Ankunft war schlussendlich gar niemand da. Ausser... naja... wieder eine Katze. „Haaaatschi“. Na Bravo. Und was für ein riesiges, fettes Tier. Ausserdem stellte sich später noch heraus, war sie eine böse Katze. Ich habe noch nie eine Katze erlebt, die böse ist. Mir hat sie zwar nie etwas gemacht. Aber andere Gästehaus-Bewohner hat sie richtig angegriffen und ihre Krallen ausgefahren. Als ich die Gästehaus-Besitzerin dann doch noch mal antraf, umarmte sie mich gleich (alles war sehr esoterisch angehaucht und überall gab es entsprechende Bilder zu sehen und Sprüche zu lesen). Sie sagte mir danm noch einmal, ich solle den Namen des Guesthouses niemandem gegenüber erwähnen, sie seien da etwas „auf dem Radar“. Und ich sei ja jetzt eine Freundin von ihr und soll wenn man mich fragen sollte, antworten, ich würde bei ihr wohnen. Jaja ist schon klar. Freundin nach zwei Minuten. Dass da etwas nicht ganz koscher ist, war mir absolut klar. Aber eigentlich wars mir egal. Ich wollte einfach eine entspannte Woche hier verbringen. Den Rest kümmerte mich zu diesem Zeitpunkt nicht. Zum Glück wusste ich damals noch nichts von den vielen Ameisen die ÜBERALL waren, und einigen anderen speziellen Vorfällen in diesem Haus... naja, immerhin haben dies die anderen Bewohner auch so erlebt und wir konnten uns jeweils lachend darüber austauschen. 


3. Was habe ich gemacht/erlebt? 

Am ersten Tag habe ich gleich einmal einen Ruhetag eingelegt. Ich fühlte mich etwas ausgelaugt und spürte auch eine gewisse „Reisemüdigkeit“. Nach achtmonatiger Reisezeit mit immer alles selber planen, abklären, entscheiden, etc. hatte ich etwas genug davon. Ich befand mich gerade in einer Phase, wo ich keine grosse Lust verspürt habe, Pläne zu schmieden und Trips zu organisieren. So war ich dann auch gar nicht mal so gross enttäuscht, als der von mir gebuchte Kayaktrip am nächsten Tag abgesagt wurde. Es war mir gerade recht, etwas zu chillen. Und schliesslich war dies ja die „relaxte Insel“, also passte ich mich nur an. ;-) Ausserdem regnete es oft in diesen ersten Tagen, so riess es mich auch nicht wirklich „vom Hocker“. Ich raffte mich aber am Nachmittag auf, den Leuchtturm von Kilauea, sowie das Vogelschutzgebiet beim Kilauea Point anzuschauen. Ich nahm ein Uber dorthin (ich war auch gerade zu bequem, selber ein Auto zu mieten), welches mich beim Aussichtspunkt ausstiegen liess. Das Schutzgebiet war fünf Geh-Minuten davon entfernt. Nun, als ich dorthin spazieren wollte, musste ich aller Ernstes feststellen, dass dies nicht erlaubt war! Man durfte nur dorthin fahren... zu Fuss gehen sei zu gefährlich. Nun ja, zu Fuss gehen ist einfach nicht die Lieblingsbeschäftigung in den USA. Jede(r) fährt da jede noch so kurze Strecke. So blieb mir nichts anderes übrig, als andere Personen zu fragen, ob ich die zwei Minuten Autofahrt mit ihnen machen dürfe. Den Eintritt hätte ich mir dort wirklich sparen können, ausser ein paar Vögel gab es nicht viel zu sehen. Aber egal, das nette Paar, das mir netterweise für beide Strecken Fahr-Asyl angeboten hat, nahm mich nachher noch bis ins Dorf von Kilauea mit, wo ich dann noch etwas im Regen rumspaziert bin. Trottoirs gab es aber fast überall keine. Kilauea ist ein kleiner Hippie-Ort mit zwei, drei esoterischen Läden, ein paar Cafés, Yoga-Studios, einer Tankstelle mit Shop, einem Bio-Laden und zwei Kirchen - that’s it. Da dann gerade kein Uber zugegen war, entschied ich mich dem Highway entlang zurück zu spazieren - schliesslich war mein Gästehaus, respektive meine Freundin (Augenzwinker), nur etwa 20 Minuten zu Fuss entfernt. Dieser Highway war eher so wie eine Hauptstrasse in der Schweiz, mit Sicherheitslinie aber ohne Trottoir. Ich hielt immer genügend Abstand zur Strasse, doch da realisierte ich plötzlich, dass das vielleicht doch nicht so eine geniale Idee war... etwa 200 Meter vor mir verlor plötzlich ein Jeep eine Bettmatratze, welche vertikal durch die Luft wirbelte und mitzt auf der Sicherheitslinie liegen blieb. Wäre ich dort gestanden, hätte mich dieses Ding gnadenlos umgesäbelt. Wieder mal habe ich innerlich meinem Schutzengel gedankt. Ich habe dann die Matratze noch von der Strasse weg gezogen. Denn alle Fahrer mussten ausweichen und der Jeepfahrer selber merkte seinen Verlust offenbar nicht. Zurück in unserem Gästehaus freundete ich mich mit zwei Kanadierinnen an, was rückblickend mein grosses Glück war. Wie bereits erwähnt, war ich nicht gerade motiviert etwas selber gross zu planen - nach wie vor war ich aber für alles zu haben! Diese zwei netten Girls haben mich in dieser Woche immer wieder gefragt, ob ich sie begleiten wolle... So kam es, dass ich praktisch die ganze restliche Zeit mit ihnen verbracht habe. Am einen Tag fuhren wir in den Westen der Insel zum Waimea Canyon Nationalpark, wo sich der „Grand Canyon des Pazifiks“ befand. Dieser Canyon wurde durch den Waimea River und Zusammenbruch eines Vulkanes erschaffen. Tausende von Jahren Erosion haben die Felswände schlussendlich in eine farbige Leinwand verwandelt. In diesem Park unternahmen wir eine 10-Kilometer lange Wanderung, den Awaawapuhi-Trail. Was die Wanderwege auf der Regen-Insel Kauai gemeinsam haben: sie sind nass, schlammig, dreckig und rutschig. Für unseren Einsatz im Dreck wurden wir dafür mit einem fantastischen und eindrücklichen Blick über die Na Pali Küste belohnt! Der Park selber bestand aus vielen schönen Aussichtspunkten, wo man immer wieder steile Felswände, Wasserfälle und tiefe Schluchten bestaunen konnte. Zur Entspannung fuhren danach an einen Strand im Süden, doch frisch eingecremt peitschte uns ein Wirbel-Wind den Sand um die Ohren, so dass wir als panierte Schnitzel den Beach fluchtartig wieder verlassen mussten. So fuhren wir weiter Richtung Südosten, und genossen dort dann den schönen Poipu Beach - bis es dort dann regnete, so fuhren wir schliesslich zurück in den Norden zu unserem Haus. Ein anderes Mal nahmen mich die Girls mit zum Queens Pool in Princeville, wo man wieder über einen matschigen Weg mit rutschigen Wurzeln zum Ziel gelang. Ein Schild dort warnt explizit vor den unberechenbaren, hohen Wellen und der starken Strömung - so betrachteten wir die eindrückliche Wucht dieses Wassers, das wie das Innere einer überdimensionalen Waschmaschine aussah, mit respektvollem Abstand. Nachher gingen wir nach Hanalei, das noch etwas weiter im Nord-Westen liegt, um zuerst eine Abkühlung am Hanalei Beach zu geniessen und uns danach einen Früchte-Smoothie in diesem charmanten und rustikalen Dörflein zu genehmigen. Ein anderes Mal machten wir zu dritt ein Velotüürli in Kapa’a, wo es ein wunderschöner Radweg entlang der Küste gibt. Die Bikes waren für fünf Dollar die Stunde zu mieten - ich sah auch gleich warum dies so günstig war. Diese very-very-old-school Velos besassen keine Gänge und bremsen musste man mit Rücktrittbremse! Aber das war so etwas von „old school“, dass es schon wieder cool war! So cruisten wir gemütlich dieser extrem schönen Ost-Küste Kauais entlang. Ich hatte wirklich eine super Zeit mit diesen lieben Girls! Ich schätzte es sehr, dass sie mich überall mitnahmen - ohne sie hätte ich in dieser Woche bestimmt nicht so vieles unternommen! Und ausserdem hatte ich dabei somit zudem noch tolle Gesellschaft. Diese bewundernswerte Offenheit, die mir auf meiner Reise immer wieder entgegen gebracht wurde, erachte ich als sehr erstrebenswert und nehme dies sicher (nebst vielem anderen!) mit von dieser Reise. Die spirituelle Uber-Fahrerin, die mich an meinem Abreisetag mit entsprechender hawaiianischer Musik und Blessings (Segnungen) an den Flughafen gebracht hat, bot mir dann der perfekte Kauai-Abschluss. Mahalo!


OAHU

1. Insel: Oahu ist natürlich vor allem bekannt für die Gross-Stadt Honolulu und der daneben liegende, touristische Waikiki Beach. Neben dieser gut bevölkerten Jubel-Trubel-Gegend bietet die Insel aber nur ein paar Minuten ausserhalb eine wunderschöne Natur mit tollen Wanderungen und einsamen Stränden. Ausserdem liegt auf Oahu der geschichtsträchtige Hafen Pearl Harbour und der wilde, relaxte Norden bietet Surfern perfekte Wellen, sowie die schöne Ostküste einladende Traumstrände. Nach den ruhigen Inseln zuvor, kam mir aber etwas Trubel auch gerade recht. Ich schätzte es auch gerade sehr, Strand, Restis, Shops sowie ein gut funktionierendes Buslinien-Netz direkt „vor der Haustüre“ zu haben.


2. Unterkunft: Hostel (direkt am Waikiki Beach!). 

Obwohl ich bei dieser der drei für Hawaii gebuchten Unterkünften am meisten Bedenken hatte, war dies die beste Unterkunft, die ich auf Hawaii hatte! Das Hostel war für „Backpacker-Verhältnisse“ sehr sauber (täglich wurde gereinigt) und die Nachtruhe um 22:00h wurde meist strikt eingehalten (aber leider nicht ganz so konsequent im anderen Hostel nebenan). Und was hier halt wirklich ein Vorteil war: man lernt schnell tolle Menschen kennen, mit denen man gemeinsam etwas unternehmen kann.


3. Was habe ich gemacht/erlebt? Bereits beim Wäsche machen nach meinem Einchecken ins Hostel habe ich den gut 50-jährigen Elmar aus Deutschland kennen gelernt, und habe mich mit ihm sogleich für den Abend verabredet. Er zeigte mir ein tolles Café direkt am Strand (welches sich im Verlaufe der Woche zu meinem Stammlokal entwickelt hat!) und wir tranken frische Ananas-Smoothies direkt aus einer Ananas und beobachteten dabei den schönen Sonnenuntergang. Am nächsten Tag nahm ich den Bus zum Diamond Head Crater, wo man eine Wanderung nach oben machen kann - von wo aus man auf der einen Seite den Vulkankrater überblicken kann, und auf der anderen Seite einen fantastischen Blick auf die Skyline von Honolulu hat. Auf dem Gipfel beim Selfie-machen sprach mich Chris aus Vancouver an, mit ihm habe ich dann den Abstieg zusammen gemacht und den Nachmittag am tollen, menschenleeren Strand Makalei Beach Park verbracht (war ein Insider-Tipp der Kioskfrau am Diamond Head - thank you verryy much!). Dieses Mal zeigte ich Chris das tolle Café mit den leckeren Ananas-Drinks und fühlte mich schon als halber „Waikiki-Pro“. Anschliessend flanierten wir noch durch Honolulu („Honolulu“ bedeutet by the way „geschützte Bucht“). Die wichtigsten Wirtschaftszweige dieser Stadt: Tourismus und Militär. Honolulu ist zwar wirklich sehr touristisch, aber ausser abends direkt an der Flaniermeile empfand ich es nie als überbevölkert. Wenn man nicht direkt an den Waikiki-Strand in der Zone direkt vor den Hotels geht, findet man nur einige Minuten weiter etwas südlich (wo mein Hostel war, hehe!) Strandabschnitte, die nicht so bevölkert waren. Ausserdem gab es dort direkt hinter der Flaniermeile viel Wiesen-Fläche, wo man auch gut verweilen konnte. Diese Grün-Anlage direkt am Strand war sehr schön und das Meer war ruhig und einladend. Nebst dem gepflegten Rasen gab es dort auch Duschen und WCs. In dieser Gegend ging ich morgens auch manchmal joggen. Sehr ideal: alles ist flach und man kann direkt am Meer entlang rennen. An diesem Abend besuchte ich noch mit meiner argentinischen Zimmerkollegin eine Hula-Show, die es in einem Einkaufszentrum jeweils abends zu sehen gab. Am nächsten Tag ging ich wieder an den etwas abseits gelegenen Makalei Beach mit ein paar Leuten von meinem Hostel. Besonders mit der Argentinierin verstand ich mich sehr gut - leider musste sie bereits an diesem Abend abreisen. Aber für den Abend hatte ich sowieso schon Pläne: Chris wollte mir die Tiki-Bar zeigen - ein etwas „trashiger Hula-Touri-Ort“, wo an diesem Abend eine Liveband auftrat. Wir tranken Piña Coladas und Mai Tais aus einer Ananas - von diesem Moment an wollten wir alles nur noch aus einer Ananas trinken. Wir brachten sie jeweils für einen „Refill“ an die Bar - selbst das Bier schütteten wir dort rein. Ihr ahnt es - es wurde ein lustiger und feuchtfröhlicher Abend. Wir mischten uns beschwipst unter die anderen tanzenden Gäste. Der Lead-Sänger plauderte in den Spiel-Pausen immer wieder mit uns und irgendwie blieb ihm die spassige „Raitschel aus Switzerland“ im Kopf. Er rief immer wieder via Mikrophon nach mir („the swiss girl“) und mit steigendem Mai-Tai-Pegel jubelte ich je später der Abend desto euphorischer zurück. Am Ende des Abends schrie er in die tobende Menge, sie seien am Montag wieder hier, und als ich wohl am lautesten von allen jubelte, rief er dem Publikum begeistert zu: „And Raitschel is also gonna be there!“. Wohoo, ich war der Stargast des Abends. Nachdem ich ins Hostel zurückgetorkelt bin, diskutierte ich vor dem Eingang noch lautstark mit zwei jungen Amis über die letzten Präsidentschaftswahlen. Mein Mai-Tai-vernebletes Hirni merkte leider lange nicht, dass wir uns bei diesem Thema nur im Kreis gedreht haben. Nun nachher drehte sich noch vieles mehr im Kreis... aber lassen wir das. ;-) Auf jeden Fall war am nächsten Tag Erholung statt die geplante Wanderung angesagt. Nach einem leckeren Katerfrühstück in meinem Stammcafé und einem belebenden Schwumm im Meer ging es mir bereits wieder viel besser! So ging ich abends zum Hotel Hilton, wo es jeden Freitag-Abend ein kurzes Feuerwerk zu sehen gibt. Am Samstag fuhr ich dann mit Chris nach Lanikai in den Osten der Insel, wo wir den Pillbox Hike gemacht haben. Dieser Hike ist eine Wanderung, die entlang ehemaligen Militärkatakomben führt. Der Weg nach Lanikai führte mitten durch die Insel und hohen Berge. Im Gegensatz zur Schweiz sind hier die Berge grün, da sie alle überwachsen sind. Ein grosser Berg hier wurde der „weinende Berg“ genannt, denn bei Regenfall strömen zahlreiche Wasserfälle wie Tränenbäche den Rillen entlang hinunter. Nach der schönen Wanderung gingen wir an den Lanikai Beach - der als der schönste Strand dieser Insel gilt. Danach fuhren wir zur Hanauma Bay zum Schnorcheln. Dieser Ort ist ein beliebtes Schnorchel-Ausflugsziel, denn es gibt wunderschöne Fische und ein tolles Riff zu entdecken. Fasziniert von der schönen Unterwasserwelt trieb es uns immer weiter hinaus, bis sich die Lifeguards wohl etwas Sorgen gemacht haben und uns via Megaphon zurückriefen. Es war dann gar nicht so einfach in diesem seichten Wasser mit den teils starken Wellen zu navigieren - ich habe meinen Bauch ständig reflexartig eingezogen, ich hatte etwas Schiss von den Korallen zerkrazt zu werden! Am Ostersonntag hatten wir „zur Feier des Tages“ etwas Spezielles auf dem Programm: Parasailing! Als die erste Gruppe mit ihrem Fallschirm in der Luft hin und her schwebte, flog doch tatsächlich in diesem Moment ein Flugzeug oben an ihnen durch. Im Scherz sagte ich zum Instruktor, er soll das für uns doch bitte auch organisieren! Nun waren wir an der Reihe... Befestigt am bunten Schirm segelten wir in die Höhe! Ein wirklich tolles Gefühl dort oben zu schweben: so friedlich wie ein Vogel im Wind - und dann noch die Aussicht dazu auf die Küste von Honolulu... ein super Erlebnis! Als wir die maximale Höhe von 230m bereits erreicht haben und nach gut fünf Minuten fast schon wieder runter mussten, kam doch tatsächlich noch ein Flugi vorbei! Mann hatte ich eine Freude! Ich winkte und jubelte und flog fast aus den Seilen! :-) Danach gab es zum Abschluss noch das „Sea-Dipping“, wo man kurz ins Wasser getaucht wird. Mit uns hatten sie anscheinend Extra-Spass, sie zogen uns noch einmal retour durchs Wasser und tauchten uns noch ein zweites Mal ins kühle Nass. Wohoo! Am Ostersonntag-Nachmittag holten wir noch die Wanderung zu den Maona Falls nach, welche ich eigentlich am Tag nach dem Tiki-Bar-Abend machen wollte. ;-) Diese kurze Wanderung führt durch einen schönen Regenwald mit riesigen Bäumen: eine Oase, die sich nur ungefähr eine Viertelstunde ausserhalb von Honolulu befindet. Am Ostermontag habe ich mich dann für den Lunch mit einem Schweizer Päärli verabredet. Corina und Pirmin aus dem Bündnerland habe ich lustigerweise auf unserem ersten Campingplatz damals im Januar in Westaustralien kennen gelernt. Wisst ihr noch - da wo Karin und ich bereits am ersten Tag unseren Wein mit Nachbarn geteilt und uns bereits als Camper-Profis gefühlt haben...?! Diese Nachbarn waren eben Corina und Pirmin! Diese zwei sympathischen Reisefüdlis sind auch auf einer Weltreise und sind einen Monat nach mir, im September 2018, auf ihre Reise gestartet. Wir blieben seit Australien immer etwas in Kontakt und wir wussten, dass wir wohl etwa gleichzeitig in Hawaii sein würden. Dass es nun aber tatsächlich hier mit einem Wiedersehen geklappt hat, war doch ausserordentlich erfreulich! Und natürlich hatten wir uns gegenseitig so Einiges zu berichten. Sie waren zum Beispiel vor Hawaii in Neuseeland - was ich ja auch bereist habe. An meinem letzten Tag auf Hawaii habe ich dann zusammen mit meiner kanadischen Zimmergenossin Malory ein Tagestüürli mit einem Mietauto gemacht. Wir fuhren dabei ostwärts um die Insel. Unterwegs hielten wir bei einem schönen Tempel an, wo uns zwei junge, hawaiianische Nonnen ansprachen. Entgegen der Nonnenkluft die wir kennen, trugen sie aber Blumenkleidchen... hawaiianisch halt! Das Highlight unseres Ausfluges war dann aber der Turtle Beach an der Nordküste, wo es anscheinend Wasserschildkröten am Strand zu sehen gibt. Ich war sehr aufgeregt, sah ich doch nun schon einige Seaturtles unter Wasser - aber noch nie an Land! Wir warteten und warteten, und sahen dabei vom Strand aus immer wieder Wasserschildkröten im Meer, aber nie kam einmal eine ans Land! Einmal war eine ganz nahe am Ufer, aber wollte dann leider doch nicht raus... Seufz. Wir wollten bereits aufgeben und machten uns auf den Rückweg in Richtung Auto, als uns ein Einheimischer ansprach. Er erzählte uns von einem „secret spot“, wo es garantiert immer mehrere Wasserschildkröten zu sehen gäbe. Wir müssten nur eine kleine Wanderung in Kauf nehmen... nun diese „Wanderung“ stellte sich als 15-minütigen Spaziergang bis ans Ende des Strandes hinaus, mit einer kurzen Kletterpartie über ein paar Felssteine. Ein Klacks! Bis zum 5. Haus sollen wir gehen, hat er uns gesagt. Und tatsächlich - da lagen sie gemütlich und chillig am Strand in der Sonne. 18(!) Wasserschildkröten habe ich gezählt - unglaublich!! Dies war so ein schönes letztes Hawaii-Erlebnis für mich - der perfekte Abschluss dieser wunderschönen Reise-Destination! 


Hawaii hat mir wirklich super gut gefallen - mit den wunderschönen Vulkanlandschaften, den farbigen Blumen und hohen Palmen, den leeren Stränden und dem glasklaren Wasser, den gemütlichen Cafés und dem gesunden und umweltbewussten Lebensstil der Hawaiianer. Hawaii ist für mich so gesagt das tolle und fortschrittliche Amerika, ohne all die negativen Seiten (die es meiner Meinung nach vor allem in einigen Staaten auf dem Festland gibt). Und lustigerweise distanzieren sich auch viele Hawaiianer vom Rest der USA. Kann ich irgendwie verstehen...


Mittlerweile bin ich in mein geliebtes Kanada weiter gereist! Diesen Blog schrieb ich während der Fahrt mit dem Zug von Vancouver nach Toronto! Diese viertägige Zugreise durch das wunderschöne Kanada wird sicher ein weiteres Highlight meiner tollen Weltreise sein - mehr dazu dann im nächsten Blog. :-)


Ich sage „Mahalo“ (Danke) Hawaii und schicke ein herzliches „Aloha“ in die Schweiz (Aloha steht für „Hallo“, aber auch für „Liebe“).  

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Kommentare: 2
  • #1

    Ma (Mittwoch, 01 Mai 2019 10:44)

    Aloha, Rahel!
    Wow, din Bricht isch wieder mol atem-beraubend (im wörtlichen Sinn!) - han gmerkt, dass ich fascht atem-los duregläse han..:-)
    Hawaii - Oahu - hät mi total begeisteret, und han au vil über die Insle glernt..
    Mahalo!:-)

  • #2

    Tamara (Mittwoch, 01 Mai 2019 14:13)

    Hoi Rahel
    Wow wieder sone tolle Brcht und Fötäli mit all dine Erläbnis :-) Gseht mega schön us :-) Viel Spass in Kanada :-)
    Liebi Grüessli Tamara