Pura Vida

Suchend kämpfte ich mich durch die Horde Schweizer, welche zahlreich um das Gepäckband verteilt waren, um ihr Gepäck ankommend aus Zürich entgegen zu nehmen. Als ich Melanie nirgendwo sehen konnte, fielen mir aber die knallroten Edelweiss-Jäggli der Crew auf und ich liess es mir natürlich nicht nehmen, meinen ehemaligen Arbeitsgspändli churz „Grüezi“ zu sagen. Bereits bei der Ankunft meines Fliegers aus Ecuador sah ich von weitem die weisse Blume auf rotem Grund - unser Flugi parkierte direkt neben der Maschine aus Zürich. Mein Herz klopfte etwas schneller beim Anblick dieses schönen Flugzeuges! Nachdem ich mich wieder von der Crew verabschiedet habe, hörte ich hinter mir eine junge Frau kreischen - Melanie hat mich entdeckt! Wir fielen uns in die Arme und konnten es kaum glauben, dass wir uns hier - über 9‘000 Kilometer entfernt von unserem Zuhause - wieder trafen, nachdem ich bereits über sieben Monate in der Welt unterwegs war. Freudestrahlend und aufgekrazt fuhren wir mit unserem Abholservice in unser Bed and Breakfast. Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Fahrer an unser Ziel für die nächsten sechs Nächte: ein kleines Dorf namens Quebrada Amarilla, südlich vom touristischen und etwas bekannterem „Jacó“ - an der Westküste Costa Ricas. Nach etwa zweistündiger Fahrt (mit viel Wartezeiten aufgrund einiger Unfälle) erreichten wir unsere Airbnb-Wohnung im „Nirgendwo“, fünf Kilometer entfernt vom Strand „Playa Hermosa“. Uns erwartete eine schöne und grosszügige Wohnung (eigentlich ein kleines Häuschen), inmitten einer wunderschönen, gepflegten Anlage. Da wir an diesem Tag die einzigen Gäste waren, durften wir zwischen den fünf exakt gleichen Apartments unser Zuhause aussuchen. Wir entschieden uns für das letzte, das sich direkt neben dem Pool und der Bar, wo das Frühstück serviert wurde, befand. Voll motiviert zogen wir zu Fuss mit leerem Rucksack los, um den Wocheneinkauf im lokalen Supermarkt zu machen. Wir wollten so viel wie möglich selber kochen, haben wir uns vorgenommen. Nun der dorfeigene Supermarkt stellte sich als kleiner „Dorfkiosk“ heraus... hier gab es nicht wirklich eine grosse Auswahl an Lebensmittel! Wir waren schlussendlich in insgesamt drei Läden - alle waren sie klein und mit wenig Auswahl bestückt. Daher beschränkten wir uns auf das Nötigste und vor allem auf Früchte, die es hier dafür frisch und günstig zu kaufen gab. Wir merkten schnell, dass unsere grandiosen Kochpläne wohl nicht so leicht umsetzbar waren. Meine lang ersehnten Älpler Maccaroni konnte ich mir also garantiert abschminken! 

Als wir da so unsere schweren Einkäufe mit Wassermelone, Ananas etc. heimschleppten, öffnete Petrus innert Sekunden die Schleusen und es begann „aus Kübeln zu schütten“! Pechnass und definitiv abgekommen in den Tropen, rannten wir zurück zu unserem Zuhause und verstauten unser Hab und Gut. Zuhause angekommen merkten wir Dussel leider, dass wir das Wichtigste gar nicht eingekauft haben... Trinkwasser! Naja, dafür erhielten wir bei der Ankunft eine Kokosnuss mit Röhrli - welche wir nun genüsslich leer tranken. Früher konnte ich Kokosnuss nicht ausstehen, in diesen zwei Wochen Costa Rica trank ich aber Unmengen an frischem Kokosnuss-Wasser und verspeiste danach das Fruchtfleisch. Ich kann nun gar nicht genug davon kriegen! 

A propos Genuss - unser riesiger Kühlschrank war nun proppevoll mit Schweizer Schoggi. Dank lieben Menschen aus der Heimat war ich wieder versorgt mit Ragusa, Risolettos, Schoggi-Osterhasen, Ovischoggi-Guetzli-und-Eili, sogar Basler Läckerli, Zweifel-Chips, Rivella und Biberli haben den Weg zu mir gefunden. :-) Es war total schön diese Grüsse nebst Karten und Briefen aus meiner Heimat zu erhalten! 

Unsere erste gemeinsame Woche in der „Origenes Lodge“ an der Pazifik-Küste Costa Ricas verging wie im Fluge: Am Morgen gingen wir oftmals joggen, wo uns jeweils (zum Glück meist) angekettete Hunde mit lautem Gebell verfolgten. Wie bei einer Dominowelle startete jeweils der erste, und dann ging es weiter, bis jeder sich die Seele aus dem Leib brüllte. Tagsüber genossen wir die herrliche Grünanlage mit Pool oder den Strand von Jacó, assen viele frische Früchte, praktizierten Yoga, lasen Bücher und abends genossen wir das feine Essen in einem der drei lokalen Restaurants. Das Essen hier war so preiswert und gut, dass wir unser Koch-Vorhaben schnell und gerne begraben haben.

Einmal haben wir einen Tagesausflug gemacht in den bekanntesten Nationalpark von Costa Rica, dem „Manuel Antonio NP“ - wo wir geführt von einem lokalen Guide Faultiere, Affen, Insekten, Vögel und spannende Pflanzen betrachten konnten. Am Ende dieser Tour genossen wir ein Bad im Meer. Direkt im Nationalpark hatte es nämlich wunderschöne Strände. Man musste hier einfach auf die eigenen Sachen aufpassen: erstens wegen den hungrigen und frechen Waschbären, zweitens wegen Diebstahlgefahr der Zweibeiner. So wechselten wir uns ab beim Baden und genossen das warme Pazifikmeer, bevor wir zurück in „unser Dorf“ fuhren. 

Die Zeit verlief meist friedlich und entspannt in Quebrada Amarilla, ausser eines Abends, wo ich eine riesige Kakerlake in meinem Schlafzimmer entdeckt habe. Gemeinsam machten wir Jagd auf das flinke Tier und konnten es mit viel Gschrei und Aufregung schlussendlich gefangen in einem Badetuch (Melanie du bist meine Heldin!) aus der Wohnung befördern. Einfach zertrampen sollte man diese Tiere nicht! Sie tragen nämlich die Eier auf ihrem Rücken, die dann schön am Boden (und am Schuh!) verteilt wären und daraus viele Kakerlaken-Babys entstehen würden. Also wendeten wir die a) tierfreundlichere und b) nicht-Nachwuchs-erzeugende Variante an, wie zwei Profi-Kammerjägerinnen. 

Etwas Lustiges (oder vielleicht eher Doofes) passierte uns auch am Jacó Beach... Wir lagen da so völlig entspannt und gechillt auf unseren Badetüchli und lauschten den Anfeuerungsrufen einer Motivationskanone von einem Surflehrer (er jubelte und klatschte stets wie verrückt - auch wenn seine Schüler sich völlig unbegabt anstellten und ständig ins Wasser fielen). Plötzlich überrollte uns eine Flutwelle mitsamt unseren Kleidern, Taschen und Tücher! Alles war patschnass und der feine, scharze Sand klebte überall! Gerade noch rechtzeitig konnte ich mein Natel in die Höhe strecken - der Rest war nass und sandig. Ok, wir hätten wohl vor 20 Minuten, als wir die schleichend steigende Flut bemerkten, nicht nur einen halben sondern vielleicht etwa 4-5 Meter nach hinten zügeln sollen. Mist! Es war eigentlich alles halb so schlimm, aber den Sand kriegten wir bis am Ende unseres Aufenthaltes nicht mehr richtig aus den Tüchern! Abends gab es „zur Belohnung“ oder vielleicht eher „zur Entspannung nach all dem Stress“ ;-) ein kühles Bier. Einen Flaschenöffner hatten wir nicht, aber „no problemo“ für unsere einheimische Wohnungs-Betreuerin, welche ohne mit der Wimper zu zucken unsere Fläschli mit ihren Zähnen öffnete. Ok, so kann man es auch machen! Wieso kompliziert wenn es auch einfach geht?! Unsere Anlage, welche durch zwei Auswanderer-Brüder aus Spanien erschaffen wurde, lud sowieso stets zum Entspannen ein: zahlreiche Vögel benutzen neben uns den Swimming-Pool und es war herrlich, diesen schnatternden und piepsenden Tiere beim Baden und Trinken zuzuschauen. 

Nach diesen sechs wundervollen Tagen im Paradies fuhren wir mit unserem Driver auf die andere Seite des Landes. Eigentlich wäre die Luftlinien-Distanz zu unserem nächsten Ziel nicht allzu gross (die Orte befinden sich gegenüberliegend im Süden) - aber es führt im Süden keine Strasse auf die andere Seite! So mussten wir alles wieder nördlich zurück nach San José fahren, um dort dann einen Pass zu überqueren und dann nach einer kurvenreichen und vor allem durch Lastwagen intensiv befahrenen Strecke runter in den Süden der Ostküste zu gelangen. Nachdem wir von allen Seiten her gehört haben, dass die Karibikseite sehr gefährlich sei, waren wir gespannt auf diese Region und ob es einen Unterschied zur Pazifikseite gäbe. Offensichtlich war hier, dass gerne mal Marihuana geraucht wird und die Leute noch etwas gemütlicher „drauf waren“, als der Rest in diesem bereits sehr „relaxten“ Land. Pura Vida halt! Unterwegs sahen wir zahlreiche Bananenplantagen, die neben Ananas und Kakao hier zu einem der wichtigsten Export-Gütern gehören. 

Angekommen in Cahuita stellten wir rasch fest: Wir hatten auch bei unserem zweiten Zuhause einen Volltreffer gelandet! Diese Hotelanlage bestand aus einer grünen Oase, toll gepflegt und trotzdem wild - mit farbigen Häuschen als Hotelzimmer. Der Hotel-Manager war der pure Gastgeber und für all seine Gäste stets hilfsbereit zur Stelle. Auch an diesem Ort lud ein schöner Pool zum Schwimmen und Verweilen ein, der Strand „Playa Grande“ war 5 Minuten zu Fuss entfernt. Das Meer hier war wild und wellig wie an der Westküste, starke Strömungen machten das Baden aber hier etwas gefährlicher, so dass wir eher ins Meer „standen“ und weniger darin badeten. Am Strand waren überall Schilder zu sehen, wo auf Spanisch geschrieben steht, dass man hier die Wasserschildkröten beschütze. Leider ist es eine traurige Tatsache, dass die Eier, welche von diesen Tieren hier im Sand abgelegt werden, als nationale Delikatesse gelten und daher oft von Einheimischen eingesammelt werden. Wenn man weiss, dass im Schnitt nur eine von zehn geschlüpften Wasserschildkröten überlebt und erwachsen wird, ist das bei dieser vom Aussterben bedrohter Spezies natürlich eine Tragödie! Aber wenn halt auch Vertreter der Polizei und Politik gerne diese Eier verspeisen, hält sich die Motivation, etwas gegen diesen illegalen Diebstahl zu unternehmen, in Grenzen. Und für Privatpersonen ist es sehr gefährlich, die Eier die ganze Nacht hindurch alleine zu beschützen.

Auch an unserem zweiten Ort setzten wir unsere morgendliche Joggingrunde fort - hier mit weniger Hundegebell und weniger Hitze, daher umso angenehmer! Das Klima empfanden wir an der Ostküste generell etwas kühler und angenehmer als im tropischen und heissen Westen. Das Meerwasser war aber auch hier herrlich „Badwannen-warm“! Die Natur gefiel uns an der Ostküste äusserst gut. Die ganze Küste war sehr ursprünglich, wild und einsam: null touristisch, dafür besiedelt durch viele Auswanderer aus Deutschland und der Schweiz - die sich hier meist durch Hotels, Lodges, Restaurants oder Tourenanbieter selbständig gemacht haben. Auch die Frau unseres Hotelmanagers ist eine Schweizerin und das Restaurant direkt gegenüber unserer Hotelanlage wurde durch eine deutsche Familie (Chefin ist halb Baslerin/halb Lörracherin) geführt. Dieses gemütliche Resti wurde unser abendliches Stammlokal, da wir uns einerseits die Warnungen zu Herzen genommen haben, im Dunkeln nicht zu Fuss unterwegs zu sein und da andererseits das Essen einfach augezeichnet war! Alles war hausgemacht (sogar das Brot!!) und regional erworben. Wir wurden täglich mit viel Liebe und Freundlichkeit empfangen und bewirtet - dieses Restaurant war für uns ein Glücksfall! Bei unserem ersten Besuch brachte ein Einheimischer ein junges, verlassenes Stachelschwein vorbei, das sich die Seele aus dem Leib schrie, wie ein kleines, weinendes Baby. Es wurde von seinem Finder dann in die Tier-Auffangstation gebracht, welche sich direkt 300 Meter entfernt befand. Natürlich haben wir ein paar Tage später diese Station namens „Tree of life“ einmal besucht, welche neben den beherbergten Tieren auch viele einzigartige Pflanzen zu bieten hat - wie ein kleiner, botanischer Garten. Anhand einer interessanten Führung wurde uns alles gezeigt und erklärt. Wir sahen sogar ein Baby-Faultier und durften feststellen, dass diese geretteten Tiere (viele wurden unglaublicherweise mal als Haustiere gehalten und teils auch misshandelt) hier ein schönes und artgerechtes Zuhause haben, und bei gutem Verlauf wieder zurück in die Natur ausgewildert werden können.

Tiere in freier Wildbahn konnten wir an einem anderen Tag im nahegelegenen „Cahuita Nationalpark“ beobachten, wo wir eine lange Wanderung unternahmen. Der Weg führte alles der Küste entlang. Uns gefiel dieser schöne, tierreiche und vor allem abwechslungsreiche Park super gut (eigentlich noch besser als der berühmte Manuel Antonio Park). Hier erlebte man „Natur pur“, wenig Touristen, wunderschöne Karibikstrände und wilde Wälder, abwechselnd mit Sandstrand, Korallen-Untergrund und wunderschönen Palmen. 

Am Anfang unseres Parkbesuches hatte ich noch einen kleinen Schreckmoment, als etwas mit voller Wucht auf meine linke Schulter aufprallte. Es war ziemlich schmerzhaft und fühlte sich an wie ein Karate-Hand-Schlag „bääämm“ volle Pulle auf meine Schulter. Ich realisierte aber schnell, dass es einfach eine heruntergefallene Schalenfrucht war, die mich blöderweise getroffen hat. Ich will nicht wissen, wie sich eine Kokosnuss anfühlen muss, wenn bereits diese kleine (etwa 7cm grosse Frucht) schon so wuchtig auftrifft. Aua.

Wir sahen auch in diesem Park Faultiere, Affen, ein Waschbär, eine lustige grasgrüne Echse (sah aus wie ein kleiner Dino) und zahlreiche Vögel, sowie Insekten. Krokodile, vor denen gewarnt wurde, sahen wir keine im Fluss. Ist vielleicht auch besser so. :-) Alles sah so Jurassic-Park-mässig aus, dass beim plötzlichen Gebrüll aus dem Wald ein echter Dinosaurier nicht so überraschend gewesen wäre... aber es waren „nur“ Brüllaffen, die uns von oben herab gesehen haben und nun einen „riesen Mais“ veranstalteten. 

Im Gegensatz zum Rest von Costa Rica, wo der Sand dunkelbraun bis schwarz ist, gab es hier auch weisse Sandstrände. Karibik-Feeling pur! So machten wir unterwegs an einem schönen Ort eine Pause, um im Meer zu baden und die Sonne zu geniessen. Ich war nur kurz im Wasser, als ich zurück auf meinem Badetuch ein Stechen an meinem Bein spürte. Zuerst dachte ich, es sei eine der zahlreichen Stechmücken und wollte sie mit der Hand davon scheuchen. Als ich dann sah, dass etwas weiss-durchsichtiges an meinem Bein festklebte, wischte ich es mit etwas mehr Kraft weg und befreite meine Haut schliesslich von diesem bereits fest-gesaugten Tier. Die betroffene Hautstelle blutete gar etwas... dieses komische Meerestier hat sich bereits an mein Blut rangemacht! Ich betrachtete es etwas näher: es sah aus wie eine durchsichtige Assel... 

Natürlich konsultierte ich am Abend sogleich die Internetsuchmaschine, man weiss ja nie... ;-)

Und ich wurde tatsächlich fündig! Falls ihr beim Lesen meines Blogs gerade am Essen seid, dann hört doch kurz auf damit. Sonst bleibt euch noch das Gipfeli im Hals stecken... denn jetzt wird es ein bitzeli gruuselig! Es wird aber auch sehr interessant und lehrreich, das versprech ich euch (bitte lest weiter und hört hier nicht auf!). ;-) 

Es gibt nun von mir sozusagen eine gratis Meeresbiologie-Sequenz für euch. Also.... Dieses kleine Monster ist ein Fischparasit! Wahrscheinlich hat es mich im Wasser mit einem Fisch verwechselt. Fies... nur weil ich „Fischer“ heiss. Die gute Nachricht aber sofort: für Menschen ist dieses Tier „so viel man weiss“ ungefährlich. Lebendig könne es aber „zubeissen und ganz schön zwicken“ - das war wohl das, was ich gespührt habe. Und jetzt kommts... Dieses Tierchen mit lateinischem Name „Cymothoa Exigua“ ist eine parasitäre Assel und wird auch Fischassel oder „ZUNGENASSEL“ genannt. Und jetzt haltet euch fest.... Diese marine Asselart, ist der einzige Parasit weltweit, der ein Körperteil seines Wirtes funktionell ersetzen kann. Und zwar in diesem Fall dessen Zunge!! Die Weibchen der Zungenasseln beißen sich im Mund am Grund der Zunge des armen Fisches fest. Hier verläuft eine Arterie, aus der die Assel Blut saugt. Sie ernährt sich also vom Blut des Fisches. Die Zunge des Fisches kann dann nicht mehr ausreichend versorgt werden und stirbt langsam ab. Ohne Zunge jedoch kann der Fisch sich nicht mehr ernähren, und damit verliert auch die Assel ihre Nahrungsquelle. Also ersetzt sie das zerstörte Organ. Und hier dann das HAPPY END: Mit „Asselzunge“ können Fisch und Parasit weiterleben. Sozusagen „happily ever after“. Haha. Unglaublich oder??! Wieder etwas für die Smalltalk-Runde. :-) Ich las dann noch Storys (und sah Bilder! Vielen Dank dafür...) von Menschen, die einen Red Snapper im Lebensmittelladen gekauft und dann diesen Frechdachs von einem Parasiten im Mund des Fisches entdeckt haben. Ein ziemlich abschreckendes Bild, googelt es mal! :-D Betroffene Fische sind hauptsächlich verschiedene Fischarten der Gattung „Lutjanus“ aus der Familie der „Schnapper“ (sorry für die „Wikipedia-Sprache“!). Also wenn ihr mal einen solchen Fisch inklusive Kopf kauft, schaut doch kurz in den Mund - vielleicht güxlet da eine Zungenassel raus. :-)

Am Ende unserer zweiten Costa-Rica-Woche haben wir mit dem Hotel-Chef persönlich noch einen Ausflug in das ländliche Gebiet bei Cahuita gemacht. Er unterstützt durch diese Touren einen seiner Mitarbeiter, der dort wohnt. Indem er „seine Region“ den Hotelgästen zeigt, kann er für sich und das Dorf so etwas dazuverdienen. Wir nannten diesen Mitarbeiter „Mädchen für alles“, da wir ihn beim Holz streichen, Zimmer sauber machen, Frühstück abräumen und jetzt eben als Tourguide erlebt haben. :-)

Wir haben mit ihm und dem Hotelboss eine schöne Bootstour auf dem Río Estrella („Stern-Fluss“) gemacht, einige Tiere beobachten können und am Schluss erhielten wir wieder eine leckere Kokosnuss. 

Mit der Machete wird hierfür der obere Teil der Hülle abgetrennt, so dass man durch eine kleine Öffnung das Kokoswasser trinken kann. Danach wird die Schale nochmals anhand der scharfen Machete zweigeteilt, und mit einem kleinen abgetrennten Stück der Schale krazt man dann sozusagen das dünne und saftige Fruchtfleisch heraus. Einfach lecker, frisch und gesund. Wir haben es geliebt!

Nachdem wir uns von all diesen lieben und gastfreundlichen Menschen (wir erlebten zum Glück also nie eine gefährliche Situation!) verabschiedet haben, ging es am vergangenen Sonntag mit unserem Driver Giovanni zurück nach San José. Die Fahrt war leider nicht so lustig: Zuerst hatten wir Stau wegen einem Unfall, dann machte die Autobatterie schlapp, danach überfuhren wir einen grossen Iguana (es rumpelte unter dem Auto und beim Zurückschauen sah ich das grosse, arme Tier durch die Luft wirbeln... anhalten tut man hier natürlich nicht wegen einem Tier, auch nicht wenn es verletzt sein könnte oder was auch immer... mein Tierherz blutete!) und danach gerieten wir nochmals in einen langen Stau, so dass wir mit über zwei Stunden Verspätung erschöpft in San José angekommen sind. Dort musste ich mich dann am Abend schweren Herzens von Melanie wieder verabschieden, welche die Heimreise zurück in die Schweiz antrat. Für mich geht es nach einem Tag „Pause“ in San José nun weiter mit meiner Weltreise: Hawaii is calling! :-) Ich werde dort insgesamt drei Wochen verbringen: die erste Woche auf Maui, die zweite auf Kauai und die dritte Woche dann noch auf Oahu.

Ich freue mich sehr auf diese Traumdestination und bin gespannt, was diese Inseln für mich bereit halten...

In diesem Sinne: Aloha!                

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Kommentare: 2
  • #1

    Ma (Dienstag, 02 April 2019 21:38)

    Wunderschöni Bilder! En super spannende und au lehrriche;-) Bricht! Und, äh - Kokosnuss?? Ich han eimol meh müesse stuune und schmunzle...:-):-)
    Liebi Rahel, obwohl mer scho riesig uf dini Heimkehr plange, wünsche mer dir au e super schöni Zit uf Hawaii und freued üs jetzt scho uf Bricht und Bilder vo döt!
    in Liebi, sMa

  • #2

    Salome (Donnerstag, 04 April 2019 20:21)

    Wunderschöni Bilder & ä super Text! Aber:
    Iiihhhhh s Gipfeli isch bi dim Bricht würklig churz im Hals stecke bliibe! - aber trotzdem spannend! :-D