Another visit of a hospital

Ich bin eine Tierfreundin. Ein animal lover... durch und durch. Ich rette ertrinkende Bienlis in der Badi, füttere hungrige Chätzli im Ausland und lasse gerettete Baby-Äffli auf mir herumhüpfen und putze freiwillig deren dreckigen Zuhause in meinen Ferien. Alle die mich kennen wissen, dass ich Tiere liebe. Es gibt aber Tiere, die ich weniger mag als andere. Hunde zum Beispiel... Bei der berühmten Frage Hund oder Katze, muss ich klip und klar sagen, ich bin eine Katzenperson. Hunden gegenüber bin ich, sagen wir es mal so, eher zurückhaltend...Leider wurde mir in Neuseeland auf schmerzhafte Weise bewusst gemacht, dass diese Antipathie wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Als ich in Greymouth, an der Westküste auf der Südinsel Neuseelands, mit einem Bike die Gegend erkunden wollte, biss mir doch tatsächlich so ein kleiner Bäfzger einfach in mein rechtes Bein! Ohne Vorwarnung - Zack! Frontalangriff auf mein Schienbein... Dabei hab ich nichts Falsches gemacht, ich schwör! Ich hielt mein Bike sogar kurz an um die Hundesitterin zu fragen, ob man hier überhaupt Velo fahren darf. Ich stand still da, als dieses fiese Wollknäuel (meinem Hunde-Amateur-Wissen nach etwas wie ein Pudel) einfach nach meinem Bein schnappte! Die verdatterte junge Hundesitterin meinte bloss: “They‘re not my dogs!“ und stapfte davon. Sozusagen Spaziergängerflucht... Ich war sprachlos! Leicht geschockt und mit stechenden Schmerzen tupfte ich das Blut ab und überlegte was nun zu tun ist. Weiterfahren? Zurückfahren? Zum Arzt gehen? Nach einigen Minuten hin und her fuhr ich in Richtung Hundefrau um nach ihrer Nummer zu fragen. Zu präsent waren mir die hohen Spitalkosten meiner Finger-OP. Die Angst, mich den Hunden nochmals zu nähern war dann aber grösser. So bog ich in eine andere Strasse ab und radelte zurück in mein Hostel. Wieder einmal konsultierte ich Dr. Google und auch dieses Mal präsentierte sich mir natürlich nichts Erfreuliches - wer hätte das gedacht. Hundebisse müssen immer sofort einem Arzt gezeigt werden aufgrund Infektionsgefahr, sind sich alle Internetgurus einig! Ohh Mann... Als ich den Hostelbesitzer um Rat fragte schickte er mich in die Notaufnahme des Spitals. Natürlich hätte es hier auch ein Arzt getan. Aber das Spital befand sich gleich um die Ecke, er schicke immer seine Gäste dorthin. Und so kam es, dass ich nach Südafrika nun auch in Neuseeland ein Spital von innen zu sehen bekam. Eine Krankenschwester, die netterweise kurz meine Wunde inspizierte, gab jedoch glücklicherweise sogleich Entwarnung und schickte mich wieder nach Hause mit der Anweisung, die Wunde sauber zu halten. Natürlich wurde ich zuerst noch nach meinen Impfungen befragt, welche aber zum Glück alle (Affenstationen und Fingerschnitt sei dank) tiptop auf aktuellstem Stand sind. Als ich auf dem Weg zum Parkplatz an der Chirurgie vorbeiging dachte ich scherzhaft darüber nach, einen kleinen Umweg zu machen und dort auch noch vorbei zu schauen. So à la: „Und wie findet ihr übrigens meinen Finger wenn ich schon hier bin?“ Ich lasse meinen operierten Mittelfinger ja sozusagen in Eigenregie und nach eigenem Gutdünken heilen und auskurieren, vielleicht wäre da ein ärztlicher und professioneller Augenschein einmal angebracht. Aber froh, so schnell entlassen worden zu sein, ging ich schnurstraks direkt zurück in meine Unterkunft. Bin offenbar mit einem blauen Auge, respektive mit einem blauem Schienbein inklusive Bisswunde, davon gekommen. Aber meine Abneigung gebenüber diesen Vierbeinern ist durch dieses schmerzhafte Erlebnis definitiv nicht kleiner geworden... Genau ein Monat bin ich mittlerweile in Neuseeland, und ausser dem Hundebiss und ein paar nervigen Sandflies kann ich aber glücklicherweise wirklich NICHTS, aber auch reingarnichts Negatives sonst über meine Zeit hier berichten. Im Gegenteil... Ich bin verliebt in dieses Land! Ein Highlight jagt das nächste - eine schönere Landschaft als die andere präsentiert sich hier mir... Auf der Südinsel genoss ich zuerst die zauberhaften Marlborough Sounds. Eine märchenhafte Meerlandschaft mit Hügeln und traumhaften Wanderwegen. Eine Gegend wo die Zeit still zu stehen scheint... in der traumhaften Lodge „Hopewell“ (schon der Name verspricht einem alles!) habe ich vier wunderbare „Work Travellers“ kennengelernt und mich ihnen angeschlossen für einen Kurztrip. Und da war er... Der perfekte Reisemoment!! Der Moment, wo sich einfach alles richtig anfühlt und du weisst, du hast alles richtig gemacht! Ein Moment, der unbezahlbar ist und sich für immer und ewig in mein Reisehirni einbrennen wird. Gute Gesellschaft, ein wunderschöner und friedlicher Ort am Meer, Bier und feines Essen - es war alles perfekt und ich war einfach seelig und glücklich. Und eines führte zum anderen... die Besitzerin von Hopewell hat mir den Kontakt einer in Nelson lebenden Schweizerin gegeben, wo ich meine nächsten Tage verbringen konnte. Nelson, anscheinend die sonnigste Stadt Neuseelands und daher auch ein Magnet für viele ausgewanderte Schweizer. Annette, welche mit mir ihr Zuhause geteilt hat, hat mir „the real life“ in Nelson näher gebracht, inklusive Picknick-Dinner am Strand und indisches Take-Away mit Lieferung in den Biergarten (in NZ kann man übrigens Beer-Tasting machen... wie Wine-Tasting, einfach mit Bier anstatt Wein! Cool, oder?!). In Nelson habe ich neben Annette noch andere Schweizerinnen getroffen und alle haben eines gemeinsam: sie haben sich im schönen Neuseeland ein neues Leben aufgebaut und sich selbständig gemacht mit dem, was sie am besten können oder lieben - und sie haben somit ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sei es im Fall von Annette ein Gourmet-Caravan zu betreiben (ich durfte helfen Cookies vorzubereiten!), einen exklusiven mediterranen Lebensmittelladen zu mänätschen (eine ausgewanderte Ormalingerin!) oder Mountainbike Bekleidung zu vertreiben und Bike-Unterricht zu geben (Mountainbike ist der Trendsport Number one in der Gegend von Nelson). Was mir (und sicher allen Auswanderer hier) Neuseeland auch sehr sympathisch macht ist die ausgeprägte und gelebte Kaffee-Kultur. Ich „sight-siehe“ manchmal von einem speziellen Kaffee zum nächsten, geniesse hausgemachte skandinavische Mandelgipfel und lauwarme Schoggi-Brownies, Kaffees in allen Variationen und bestaune ausgefallene Interieurs. Es gibt in Neuseeland sogar Felsen in Pancake-Form... die Pancake-Rocks, in Punakaiki (etwas weit hergeholte Überleitung ich weiss, wollte einfach nur erwähnt haben dass ich die auch besucht habe). Abtrainiert werden dann sämtliche Köstlichkeiten wieder beim Wandern! Die schönste Art, die atemberaubende Natur hier zu geniessen und zu entdecken. Neuseeland ist ein Wanderparadies!! Alles ist super gut ausgeschildert und angeschrieben (man sieht praktisch vom Highway aus wo es eine Wanderung oder einen tollen Aussichtspunkt gibt) und überall hat es öffentliche WCs! Graaatis!! Da muss man nicht zuerst ein Teeli für fünffrankenfünfzig im Alpenbeizli konsumieren, damit man kurz mal aufs stille Örtchen gehen kann. Ist hier alles sehr touristenfreundlich, wie ich finde. Bei einer fast sechsfachen Fläche der Schweiz, aber weniger Einwohner (keine 5 Millionen) bietet dieses Land natürlich auch unglaublich viel unbebaute Fläche und vieeel Natur. So sind die Wanderwege auch nicht gross bevölkert... Gut ein grosser Teil dieser Fläche ist besetzt durch die über 30 Millionen Schafe, aber ich liebe diese herrlichen Grünflächen mit den weissen Punkten - manchmal auch durchmischt mit schwarzen Punkten (Kühe, wovon es mittlerweile auch mehr gibt als Einwohner, was leider langsam aber sicher für Neuseelands Umwelt zu einem Problem wird durch die Düngemittel-Belastung und gewisse „Gase“, welche durch diese Tiere ausgestossen werden). Aber zurück zum Wandern... Gewandert bin ich natürlich auch im berühmten Abel Tasman Nationalpark, wo man sich mit einem Wassertaxi an eine Zwischenstation bringen lassen und dann entlang dem Meer zurückwandern kann. Witzig beim Wassertaxi ist hierbei, dass man „auf dem Trockenen“ bereits ins Boot sitzt und ein Traktor dann mit dem Boot zum Meer fährt und das Boot in das Meer schiebt. So sind die Boote nachtsüber nicht dem schädlichen Meeressalz ausgesetzt. Nach dem Auskundschaften des Nordens auf der Südinsel ging es für mich weiter die Westküste abwärts, vorbei an den bereits erwähnten Pancake-Rocks, den berühmten Gletschern Franz Josef und Fox Glacier, runter bis nach Wanaka. Ohhh und ich liebte dieses kleine Touristen-Käffli am Lake Wanaka! Eine herrliche Region mit wunderschönen glasklaren Seen, spriessender Flora in gelb, orange und violett, frohlockenden Gourmettempel und Action links und rechts, oben (hello crazy Skydiving) und unten (Kajaking, Wasserski, Böötle). Nun pünktlich zur Halbzeit meiner zwei Kiwi-Monate bin ich jetzt ganz im Süden angelangt (Invercargill) und flog vom Festland rüber nach Stewart Island, einer kleinen Insel am südlichsten Punkt Neuseelands. Dort sei die Chance einen Kiwi-Vogel in Freiheit zu sehen am höchsten, da dort einerseits die einzige Kiwi-Art lebt, welche tagaktiv ist, und da man andererseits auf dieser Insel eine riesige Anzahl und Diversität an Vögel vorfindet - denn die Marder haben es zum Glück nicht auf diese Insel geschafft (siehe unten Punkt c) ). Und was sicher auch zur Happiness der Vögel hier beiträgt, ist eine grossflächige, intakte und fast unverbaute Waldlandschaft, die den Vögeln hier Schutz und genug Nahrung bietet. Der Ausflug ins Vogelparadies Stewart Island war für mich ein Höhepunkt dieser Reise, zumal wir mit dem kleinen Flugi dort mitzt auf dem Strand gelandet sind. Ich bin schon auf Wasser und auf Gras gelandet, aber noch nie auf Sand! Was für ein riesen Erlebnis! Und ich hatte erst noch der Sitz vorne rechts, neben dem Piloten. Strike! Nach meinem Westküsten-Monat steht mir nun der Ostküsten-Monat bevor: noch einmal vier Wochen Neuseeland geniessen, der Ostküste entlang zuerst hoch die Südinsel und dann noch alles rauf auf der Nordinsel. Can‘t wait!




Zum Schluss dieses Blogs noch ein a) bis e), was ich über die Kiwis bislang gelernt habe (Ausnahmen ausgenommen, es soll keine Pauschalisierung sein - dies sind rein subjektive Beobachtungen oder eigene Erlebnisse, die hier abgebildet werden):


a) Kiwis machen nicht „Prost“, sie trinken eifach drauflos. Ich habe immer brav gewartet bis man sich zuprostet, bis ich gemerkt habe, dass alle längst bereits am Trinken sind. In der Schweiz würde man da böööse Blicke ernten!! ;-)


b) Kiwis sind äusserst offen und ich wurde überall immer sehr herzlich willkommen geheissen - vor allem auch von den Exil-Schweizerinnen! 

Wunderschön, vielen Dank!! <3


c) Kiwis mögen Opossums nicht. 

Eigentlich mögen sie all diese importierten fremden Fötzel nicht... ursprünglich bevor sich Menschen auf dieser Insel niedergelassen haben, war NZ ein einziges Vogelparadies. Alle anderen Tierarten (auch Schafe und Rinder, welche inzwischen hauptsächlich das Landschaftsbild prägen) wurden einst von Einwanderer mitgebracht. Vor allem die Säugetiere im Wald (eben die Opossums oder auch Ratten und Marder) schaden der eigenen Flora und bedrohen die einheimischen Vögel. Deshalb sind überall Fallen aufgestellt im Wald, welche für mich anfangs befremdlich - mittlerweile aber völlig normal und verständlich sind. Das Nationalsymbol, der flugunfähige Kiwi, sieht man leider praktisch nicht mehr in freier Wildbahn. Jetzt verstehe ich auch umso mehr die genauen Zollkontrollen (siehe letzter Blog).


d) Kiwis leben in einem Land, das die ganze Welt abbildet. Neuseeland bietet sozusagen das schönste der Erde in einem Land zusammengefasst: gewisse Regionen erinnern definitiv an die Schweiz, tropische Wälder und Palmen könnten ein Regenwald in Thailand sein, schöne Strände erstrecken sich hier wie an anderen südlichen Ferienparadiesen, auch Kanada, Südafrika und Skandinavien (Fjorde) habe ich hier definitiv gesehen. Schönste Reiseziele kombiniert in einem Land sozusagen... nur ohne die gefährlichen Tiere. Super, oder?!! Gut ein paar Löwen oder Elefanten fehlen dann doch noch für die Perfektion... aber was ist schon perfekt? Apropos: der Legende nach hat Gott, als Neuseeland erschaffen wurde, noch die Sandflies kreiert, damit auch dieses Land einen Makel hat... 


e) Die Kiwis meistern das Leben mit Humor und einer wohltuenden Leichtigkeit. Ein Beispiel: die Briefkästen. Oftmals kreative Wunderwerke... habe da bei einem Airport ein Flugi als Briefkasten gesehen, oder bei einem Bauernhof ein Briefkasten in Form eines Traktors. Und bei einer anderen Farm sah ich ein Hühnerstall in Form eines Wohnwagens. Einfach lässig, diese Kiwis!


In diesem Sinne „cheers mate“! Das sagt sogar der Mann von meinem Navi, wenn ich das Ziel jeweils erreicht habe...

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Kommentare: 4
  • #1

    Ueli (Freitag, 30 November 2018 03:38)

    WOW....du schiinsch di ja würkli in das land vo dene Kivis verliabt z‘ha. Wunderschönei Fotos hesch du wider postet...Gnüss no dia zweit Hälfti vo dinem Kivi Abendtüür...I bi scho uf de Blog gespannt. I wünsche dir a schöni Adventszyt.
    Liabi Grüassli us HKT
    Ueli

  • #2

    monika (Samstag, 01 Dezember 2018 18:49)

    spannend, wie immer, liebe Rahel! vielen Dank! du machst beste Reklame für dieses einzigartige Land. zum Glück ist die Wunde dieses Hundebisses bereits verheilt (hoffe ich wenigstens). viel, viel Freude jetzt für die zweite Hälfte deiner Neuseelandreise und liebe Grüsse zum 1. Advent monika

  • #3

    Ma (Sonntag, 02 Dezember 2018)

    Humorvoll. Spannend. Begeisternd. Informativ... und mit Herzbluet gschribe!
    Freu mi immer riiesig uf dini Bricht!
    Ganz liebi Grüess vom Buchswäg
    Ma

  • #4

    Dobry (Mittwoch, 14 August 2019 19:15)

    Ich bin hier, um zu bezeugen, wie ich meinen Ehemann zurückbekommen habe, der mich über 3 Monate verlassen hat. Wir haben seit mehr als 7 Jahren geheiratet und zwei Kinder bekommen. Bei uns lief es gut und wir freuen uns immer. Bis sich mein Mann eines Tages so benahm, wie ich es nicht verstehen konnte, war ich sehr verwirrt darüber, wie er mich und die Kinder behandelte. Später in diesem Monat kam er nicht wieder nach Hause und rief mich an, dass er sich scheiden lassen wolle. Ich fragte ihn, was ich falsch gemacht habe, um dies von ihm zu verdienen. Er sagte nur, dass er eine Scheidung will, die er hasse und nicht will mich in seinem leben wiedersehen, ich war sauer und auch frustriert weiß nicht was ich tun soll, ich war länger als 2 wochen krank wegen der scheidung. Ich liebe ihn so sehr, dass er für mich alles war, ohne ihn ist mein Leben unvollständig. Also beschloss ich, es meiner Kollegin zu sagen, und als ich ihr erzählte, dass es einen Psychic Spell Caster namens GREAT MUTABA gibt, sollte ich ihn kontaktieren, damit er meine Probleme lösen kann. Also gab sie mir seine E-Mail und seine Website und ich kontaktierte GREAT MUTABA und erklärte ihm alles, was mit ihm passiert ist. Und er sagte mir nur, ich solle mir keine Sorgen machen, dass mein Mann zu mir zurückkehren würde, als er ging. Ich dachte, es sei ein Witz. Aber es war eine Überraschung für mich, als es passierte, wie GROSSER MUTABA es sagte. Jetzt gebe ich Zeugnis dafür, was GREAT MUTABA kann. Wenn Sie also ein ähnliches Problem haben wie ich, können Sie sich auch an GREAT MUTABA wenden. Ich weiß, dass er Ihr Problem auch weiterhin lösen wird. Hier ist eine GROSSE MUTABA-E-Mail (greatmutaba @ yahoo . com oder greatmutaba @ gmail . com) oder füge sie auf whatsapp 234 805 468 1416 hinzu,,,,